wir sind eine diakonische gemeinde

Mit unseren Räumlichkeiten in Kirche und Pfarrhaus und in der Zusammenarbeit mit 

 Schutzhütte B1 Rifugio  setzen wir uns dafür ein, dass von woher auch immer in Bozen Angekommene ein Dach über den Kopf und Menschen an die Seite bekommen.

Eine Schutzhütte für die Bedürftigsten


Die Bozner Freiwilligenorganisation Schutzhütte-Gleis 1 wurde 2015, dem Jahr des massiven Migrantenandrangs am Brenner gegründet. Heute besteht der von vielen Freiwilligen unterstützte harte Kern aus sechs Frauen, eine davon ist Caroline von Hohenbühel, ehemalige Schatzmeisterin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien. Ihr freiwilliges Engagement erfordert den Zeitaufwand eines Fulltime-Jobs. Die Schutzhütte kümmert sich um jene Migranten, die durch die Maschen der öffentlichen Hilfeleistungen fallen. Nimmt Menschen von der Straße auf, bis sie in einer der von der öffentlichen Hand oder der Caritas geführten Aufnahmestellen unterkommen. Leistet Hilfe bürokratischer Natur bei der Stellung des Asylantrags und der Regelung der Aufenthaltserlaubnis. Besonderes Augenmerk gilt den bedürftigsten Kategorien: alleinstehenden Frauen, Frauen mit Kindern und Familien. Die Evangelisch-Lutherische Gemeinde Bozen ist Teil des Schutzhütte-Netzwerks. 


Für zwei Jahre hatte ein Bozner Unternehmer der Vereinigung ein leerstehendes Haus im Stadtzentrum zur Verfügung gestellt. Mit Mehrbettzimmern, Teeküche, Wäscherei und Aufenthaltsräumen. Auch Sprachkurse wurden dort organisiert. Vor rund einem Jahr musste das Haus geräumt werden. Auch in der Kirche, in der Sakristei und im Gemeindehaus der lutherischen Gemeinde Bozens sind seit 2015 immer wieder Migranten untergekommen, z. T. mit Badbenutzung in der Pfarrerswohnung. 


Der Covid-Lockdown hat die Lage in Bozen wieder verschärft. Mehr als zwei Monate stand ganz Italien unter Hausarrest, nur in einem Radius von 200 m und nur wenn es absolut notwendig war, durfte die Wohnstätte verlassen werden. Der Unternehmer öffnete sein Haus wieder für 50 von der Schutzhütte versorgte 50 Migranten. Weitere Menschen fanden Aufnahme in der ELKI-Gemeinde Bozen und in einem leerstehenden alten Bauerhaus nahe der Kirche. 


 Für die Zukunft sucht die Schutzhütte jetzt nicht nur nach einer neuen Wohnung oder einem Haus mit Schlafplätzen, Büro und fest angestellter Kraft, sondern auch nach Mietwohnungen für Migranten, die in den Arbeitsprozess integriert sind. Die Schutzhütte würde als Garant fungieren. Die Organisation arbeitet zunehmend mit Partnern wie Caritas, Kolping oder Vinzenzverein und anderen Freiwilligen zusammen. Das Ziel ist, wie gehabt, nicht nur die Linderung der ersten Not, sondern vor allem die Eingliederung der Schutzbedürftigen in das Aufnahmesystem für Asylsuchende, sowie Integration, Ausbildung- und Arbeitsvermittlung der Flüchtlinge und der Kampf für ihre Rechte. 


Das Projekt Schutzhütte wird von der ELKI und auch von der EKD finanziell unterstützt.


Nicole Dominique Steiner

Kommunikationsbeauftragte der ELKI