Kirchenvorstand

Leitung der Gemeinde

Die evangelische Gemeinde wird durch den neunköpfigen, von der Gemeinde und aus der Gemeinde gewählten Kirchenvorstand geleitet. Einmal im Monat tritt er zusammen. In einem Turnus von sechs Jahren werden die Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher gewählt, das geschieht zeitlich versetzt, um eine optimale Kontinuität in der Arbeit zu gewährleisten. Der Präsident der Gemeinde – und damit verwaltungsrechtlich verantwortlich – ist der für sechs Jahre aus dem Kirchenvorstand gewählte Kurator, bzw. die Kuratorin. Seit 2020 steht Frau Caroline von Hohenbühel der Gemeinde als Kuratorin vor, ihre Stellvertreterin ist Kathrin Kötz.

Zum Kirchenvorstand gehören gegenwärtig:


  • Barbara Gödel, Lavis, Synodale
  • Caroline von Hohenbühel, St. Michael, Kuratorin, Synodale
  • Kathrin Kötz, Auer, Vizekuratorin
  • Helga Lott, Bozen
  • Christiane Mühlhäusler, Bozen
  • Miriam Weiss, Bozen
  • Annett Weissenburger, Bozen
  • Friedhelm Wemhöner, Bozen/Mailand
  • Pfarrer Michael Jäger, Pfarrer, geborenes Mitglied, Bozen, Synodaler


Abschied von unserem Ehrenvorsitzenden Gioacchino Fraenkel Haeberle

Wir gedenken an Gioacchino Fraenkel Haeberle, den Gott am Montag, den 30. November, zu sich gerufen hat.

Dr. Fraenkel war 12 Jahre lang unser Kurator, von 1996 bis 2008. Er übernahm sein Amt in einer schwierigen Zeit in der Gemeinde. Mit seiner umsichtigen, weisen und geduldigen Art ist es ihm mit Pfarrer Zebe gelungen, uns in eine starke Gemeinde zu führen. Er war reskeptvoll gegenüber jedem, er gab einem das Gefühl, dass er gerne mit jedem aus der Gemeinde zusammen war; dass er gerne in seiner Gemeinde Bozen war. Er hatte die Fähigkeit, Konflikte anzugehen und durch seine unaufgeregte Art diese auch in der ELKI und in unserer Gemeinde zu lösen. Er genoss auf der Synode der ELKI Respekt durch sein Wissen und seine Weitsicht. Er hat uns im Kirchenvorstand geführt, immer guter Laune, klug und mit Humor. Kultur war dem eleganten Herren wichtig, privat hat er Graphiken gesammelt, uns hat er zu der Orgel verholfen (die allerdings erst 2010 eingeweiht wurde). Bis zum Schluss war er geistig sehr rege und genoss das soziale und kulturelle Leben mit seiner geliebten Frau Mariolina in Umbrien und in Bozen. Bis zum Schluss konnte er einen mit seinen pointierten Fragen z.B. zu den Losungen, in Verlegenheit bringen. Was bleibt, ist noch sein Werk ‚Käthe und Martin’ zu vertonen – sein großer später Wunsch.

Ein großes Vorbild, ein großes Bild der Bozner Gemeinde.


Gott spricht: Ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!


Der Kirchenvorstand

Jahresbericht 2019 der Kuratorin

Bericht über das Geschäftsjahr 2019 – Generalversammlung der

Evangelischen Gemeinde Bozen am 20. September


 Liebe Gemeindemitglieder,


Es fällt mir schwer… Viele von Ihnen, von Euch, wissen es bereits oder haben es im Gemeindebrief gelesen: ich werde mich auf der heutigen Gemeinde- und Generalversammlung nicht noch einmal als Kuratorin zur Wahl stellen, und auch nicht mehr als Kirchenvorstand unserer Gemeinde. An Begründungen fehlt es nicht: zum einen sollten 12 Jahre tatsächlich genug sein, um Platz für Jüngere zu machen, und um gegen die eine oder andere persönliche „Marotte“, eine andere Sichtweise entgegenzusetzen. Zum anderen erfordern Familie und Beruf in Mailand unter der Woche vollen Einsatz und lassen seit einiger Zeit wenig Platz für Anderes.


Ich möchte kurz zurückblicken: Einschließlich eines sehr kurzeitig amtierenden, aber dafür umso energischeren Ersatz-Pfarrers, freue ich mich darüber, mittlerweile mit dem vierten Pfarrer zusammenarbeiten zu können. An alle haben wir gute und schöne Erinnerungen: Pfarrer Zebe, Pfarrer Friedrich, Pfarrer Welker und jetzt Michael Jaeger. Für den Kirchenvorstand bedeuten die Wahlen immer einschneidende Zäsuren und für die beiden Kuratoren im Vorfeld sehr viel Arbeit.


Und auch hat mein familiäres und privates Leben ein bisschen auch hier in der Gemeinde stattgefunden: Pfarrer Zebe hatte uns 2003 im Pustertal getraut, was unseren offiziellen Eintritt in diese Gemeinde dokumentiert, und mich danach zusammen mit dem damaligen und langjährigen Kurator, Dr. Fraenkel, „überredet“, fortan mehr Verantwortung zu übernehmen. Unsere erste Tochter wurde im Jahr 2007 geboren und acht Monate später, im April 2008, wurde ich in mein Amt eingeführt. Ich habe großes Glück gehabt, immer einen aktiven und freundschaftlich verbundenen Vorstand um mich herum zu haben, der mir auch dann zur Hilfe kam, wenn ich einmal nicht präsent sein konnte. 


Das Amt als Kuratorin erforderte viel Einsatz und es gab viele schöne Momente, menschliche Erfahrungen, die weit über die bürokratischen Pflichten hinausgingen und die ich sicherlich nicht vergessen werde. Die unabänderlichen genannten Pfarrerwechsel, gerichtlich verordnete Sachwalterschaften, das Auseinandersetzen mit Mietern und staatlichen Stellen, Investitionsentscheidungen und die Sorge um das (weltliche!) Vermögen der Gemeinde, stehen dem direkten Kennenlernen anderer Konfessionen, Treffen mit den anderen ELKI Mitgliedern, der geleisteten Hilfestellung an den hierher Geflüchteten und deren Dankbarkeit gegenüber, sowie dem im Vorstand einschließlich Pfarrern gemeinsam getragenen Gedanken von der Verantwortung für eine Gemeinde. 


Und nun möchte ich Ihnen einen kurzen Überblick über die Tätigkeiten des Kirchenvorstandes im letzten Jahr geben. Das Jahre 2019 scheint mir persönlich mittlerweile meilenweit entfernt nachdem wir Ende Februar mit Covid-19 einen Lockdown erfahren mussten und sich die Welt und vor allem das soziale Miteinander, was ja auch das Leben einer Kirchengemeinde prägt, verändert hat. Aber trotzdem erinnern wir uns gerne und ich möchte dabei, wie auch in den vorherigen Jahren, auf die folgenden Themen eingehen:


 Personelles;

  •  Bau- und Erhaltungsmaßnahmen;
  •  Gemeindefeste und Gemeindeinitiativen;
  •  Neuigkeiten aus der ELKI;
  •  Sonstiges aus unserem Vorstand.


Personelle Veränderungen


 Im Jahr 2019 hat es keine großen personellen Veränderungen in unserer Gemeinde geben. Es hat keine Wahlen im Kirchenvorstand gegeben und auch das Sekretariat, der Friedhof und die Küsterarbeiten werden in gewohnter Sorgfalt von Frau Ferrari, Frau Trombetta und Inge Pichler betreut. Auch dürfen wir uns darüber freuen, das nach wie vor uns Leonhard Tutzer mit hoher Professionalität und Kreativität unsere Gemeinde mit Orgel- und Kirchenmusik begleitet. 


 In den ersten Monaten von 2019, bis Ende April, hat als Gemeindepraktikantin Sophia Hölzel unsere Gemeinde begleite. Im November dann, ist als Praktikantin Anna Wollesen, eine Enkelin unseres ehemaligen Kurators, bei uns gewesen. Beide jungen Damen haben sich gut in das Gemeindeleben integriert und daran teilgenommen. Wie immer ist der Abschied schwer gefallen und wir wünschen Sophie und Anna alles Gute fuer Ihren weiteren Werdegang.


 An diesem Punkt möchte ich mich bei den Genannten, aber auch bei allen anderen Mitarbeitern, ehren- und nicht ehrenamtlich, für Ihr Engagement bei der täglichen Arbeit in unserer Gemeinde ganz herzlich bedanken. 


Bau- und Erhaltungsmaßnahmen

 Im Jahr 2019 haben wir lediglich einige kleinere Arbeiten zur Erhaltung unsere Gemeinde durchgeführt. Größere Projekte haben wir zurzeit in Planung hinsichtlich der Kanzel und der Orgel. Diese sind jedoch noch in den Kinderschuhen der Planungsphase.


 Die Ausbesserungsarbeiten und Pflanzungen auf dem Gemeinde-Friedhof je nach Bedarf durchgeführt. Diese Arbeiten werden seit Jahren vom Landwirtschaftsbetrieb Hohenbühel erledigt. Regelmäßige Friedhofsbegehungen, zusammen mit dem Pfarrer, Vertretern des Kirchenvorstandes und Gemeindemitgliedern, sorgen für einen praktischen Ideenaustausch und spontane Pflegeeinsätze, für die wir dem Landwirtschaftsbetrieb Hohenbühel herzlich danken. Das würdevolle und angemessene Erscheinungsbild des Friedhofes hat eine wichtige Öffentlichkeitswirkung für unsere Gemeinde, die nur mit permanentem personellem und finanziellem Einsatze zu gewährleisten ist.


 Die Gartenanlagen rund um die Kirche und das Pfarrhaus werden nun schon seit geraumer Zeit von Herrn Rigott gepflegt. Außerdem wohnt nun wieder Frau Schimmelpfennig bei uns, die sich im letzten Jahr dazu entschlossen hat, wieder bei uns im Gemeindehaus zu wohen, worüber wir uns sehr freuen. Viele von Ihnen haben sie sicher schon bei uns im Garten angetroffen, wenn sie sich unseren Pflanzen und Blumen annimmt.


 Ferner unterstützen uns bei kleinen Arbeiten und dem Saubermachen in der Kirche und den Gemeinderäumen auch unsere Flüchtlinge, die oft bei uns für einen begrenzten Zeitraum Unterschlupf finden.


 Um die Altarblumen für den Gottesdienst kümmern sich nun die Damen der Gemeinde, dabei werden wir auch mit Blumenspenden von der Gärtnerei Silbernagel unterstützt. Vielen Dank für all‘ Ihre freiwillige Mithilfe bei dem Ausschmücken unserer Kirche.


Gemeindefeste und Gemeindeinitiativen

 Auch im Jahr 2019 haben sich die durchgeführten Gemeindefeste an dem Kalender des Kirchenjahres orientiert. Ostern, Pfingsten, Erntedank, Adventszeit und Weihnachten als die regelmäßigen kirchlichen Anlässe haben wir würdevoll miteinander gefeiert. Wir bedanken uns bei allen freiwilligen Mithelfern, ohne die es unmöglich wäre, diese Feste so schön zu gestalten. 


 Wie bereits in der Vergangenheit, hat auch im Jahr 2019 unsere Gemeinde an der Nacht der Kirchen in Bozen teilgenommen. Neben der Nacht der Kirchen haben wir über das Jahr verteilt ein reichhaltiges Konzertprogramm in unserer Gemeinde angeboten, dass uns insgesamt gute Besucherzahlen beschert und viel positive Resonanz eingebracht hat.


 Die Gemeindereise letztes Jahr ging zur evangelisch-lutherischen Gemeinde in Genua, nachdem wir eine Einladung vom Kirchenvorstand bekommen hatten. Wir haben dort ein tolles Wochenende mit vielen Ausflügen und Veranstaltungen verbracht und wurden sehr herzlich von der Pfarrerin und Gemeinde aufgenommen. Vielen Dank an Genua nochmals.


 Zu unserer Nachbargemeinde in Meran pflegen wir durch regelmäßige Treffen der Kirchenvorstände freundschaftlichen Kontakt. Die gemeinsamen Aktivitäten zum Reformationsjahr hat diesen noch einmal intensiviert. Der vertraute und kommunikative Umgang wird auch in der Öffentlichkeit positiv zur Kenntnis genommen.


Neuigkeiten aus der ELKI

 Auf der ELKI-Synode im April 2019 waren wir mit 5 Synodalen vertreten. Die Synode hat in 2019 in Rom stattgefunden. Auch dieses Jahr wird die Synode wieder in Rom stattfinden, nachdem sie aufgrund von Covid 19 auf Oktober aufgeschoben wurde. Hoffen wir, dass die Synode auch unter den veränderten Bedingungen des Social Distancing eine konstruktives Arbeiten sowie den Austausch und die sozialen Kontake ermöglicht. 


 Wir sind nach wie vor, nach Rom die zweitgrößte ELKI Gemeinde und können im Vergleich zu anderen ELKI Gemeinden positive Zahlen aufweisen, was den Gemeindezuwachs betrifft. Viele ELKI Gemeinden kämpfen mit Mitgliederschwund und geringen Neuzugängen. Das macht die Altersstruktur in kleinen Gemeinden oft problematisch, insbesondere bei der Organisation der ehrenamtlichen Arbeit für die Gemeinde.


 Neben unserer Arbeit bei der Synode ist Bozen auch sonst in der ELKI sehr aktiv: Wolfang Prader bekleidet das Amt des Vize-Synodalpräsidenten, Friedhelm Wemhoener und Caroline von Hohenbühel sind Rechnungsprüfer, meine Person ist Mitglieder des Finanzausschusses der ELK, dem die Aufsicht über die finanziellen Fragen und das Ausgabenverhalten der Kirche in Italien obliegt.


Sonstiges aus dem Vorstand

 Hinsichtlich der Verwaltung unserer Gemeinde war das Jahr ein relatives ruhiges Jahr. Ich möchte in diesem Zusammenhang nur kurz auf Spenden, Zuschüsse und Kollekten eingehen, die wir für unsere Gemeindearbeit erhalten haben. 


 Wie auch in den Vorjahren, sind wir als Gemeinde durch einige großzügige Privatspenden von Personen aus Deutschland und Südtirol bedacht worden. Die Spender sind nicht immer unbedingt Gemeindemitglieder, aber unserer Gemeinde aufgrund von persönlichen Erfahrungen freundschaftlich verbunden. Dafür möchten wir uns an dieser Stelle herzlich bedanken. Die teilweise zweckbezogenen Spenden werden zur Finanzierung unsere Gemeindearbeit verwendet.


 Ich möchte darauf hinweisen, dass wir im Jahr 2019 leider einen weiteren Rückgang der Kollekten verzeichnen mussten, sowohl für die Kirche in Bozen als auch bei den Predigtstationen. Obwohl wir einen zweckgebundenen Kollektenplan haben und auch im Gottesdienst mitgeteilt wird, für welchen Zweck an dem entsprechenden Sonntag gesammelt wird, ist es nicht gelungen, das Vorjahresniveau aufrecht zu erhalten. Wir hoffen, dass wir langfristig wieder ein besseres Ergebnis bei den Kollekten erzielen werden. Das Jahr 2020 bleibt sicher durch die Covid-19 Krise ein schwieriges Jahr in Bezug auf Spenden und Kollekten.


 Abschießend möchten wir uns bei Ihnen allen für Ihre Gemeindebeiträge bedanken, die im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben sind. Frau von Hohenbühel wird in ihrem Bericht als Schatzmeisterin der Gemeinde darauf noch einmal gesondert eingehen. Wie in jedem Jahr, möchte ich Sie an dieser Stelle trotzdem an die Zahlung des Gemeindebeitrags erinnern. Ihre Unterstützung unserer Gemeinde ist wichtig, um das Gemeindeleben in seiner gewohnten Qualität und Vielfältigkeit weiter darstellen zu können.


 Unsere Prädikanten Annerose Lier, Renate Müller, Walter Lorenz und Helga Taxer bereichern unser Gemeindeleben, und schließen Versorgungslücken bei den Gottesdiensten. Frau Müller und Frau Taxer sind darüber hinaus außerordentlich engagiert bei der Begleitung der Urlauberseelsorger.


 Damit nähert sich mein Bericht über die Arbeiten des Kirchenvorstandes im abgelaufenen Jahr 2019 dem Ende. Der Kirchenvorstand hat sich jeden Monat, mit Ausnahme des Monats August, einmal getroffen. Bei den Sitzungen hat sich der Kirchenvorstand insbesondere auf die Gestaltung des Gemeindelebens, die Organisation von besonderen Gemeindeaktivitäten und die damit verbundenen Verwaltungsaspekte konzentriert. 


 Ich möchte meinen Mitstreitern im Kirchenvorstand herzlichen Dank sagen für Ihr Engagement, ihre guten Anregungen, ihre Unterstützung und ihre Geduld. Dafür möchte ich mich bei Euch ausdrücklich bedanken. Die Zeit als Kuratorin der Bozener Gemeinde, die Treffen und Arbeit im Kirchenvorstand für unsere Gemeinde haben mich persönlich sehr bereichert und werden mir immer in schöner Erinnerung bleiben!


 Mit herzlichen Grüßen an alle, auch an die, die heute hier nicht sein können!


 Ihre und Eure Kuratorin 

 Ulrike Becker