Forum Christuskirche

 In loser Folge, etwa alle 6 Wochen, geht es - in der Regel sonntags nach dem Gottesdienst und einem schnellen Café - im Gemeindehaus immer noch um ein Thema, das von einem kompetenten Referenten vorgestellt wird. 

Das programm

Beihilfe zur Selbsttötung -mein Leben in Gottes- und Menschenhand. 

Ingo Stermann, Facharzt für Psychiatrie

am 15.4.22, um 19.30 Uhr, im Pfarrhaus Bozen. 

Hätten Sie’s gewußt: Die Südtiroler evangelisch-lutherischen Gemeinden befinden sich derzeit in einem Brennpunkt der europäischen Kulturgeschichte. Eine kühne Behauptung? Nein, schlichte geographische Tatsache: Die umgebenden Staaten Schweiz, Österreich und im Norden die Bundesrepublik Deutschland haben in den letzten Jahren nacheinander ihre Rechtsgrundlagen höchstrichterlich geöffnet für die Beihilfe zum Suizid, während dieses Thema in Italien noch in der öffentlichen und juristischen Diskussion ist. Hinzu kommen die je traditionellen oder eben progressiveren theologischen Positionen der nationalen katholischen und evangelischen Kirchen mittendrin die ELKI und wir in Südtirol.

Zugegeben, das Thema ist eines, mit dem sich niemand freiwillig oder spontan beschäftigt, die oder der nicht unmittelbar persönlich oder familiär betroffen ist. Aber in unserer Diasporasituation passiert es ja auch immer mal wieder, daß wir von katholischen und/oder italienischen Mitmenschen mit der Gretchenfrage angegangen werden, wie wir es denn religiös mit solch einem Thema halten? Was antworte ich denn dann, ohne in Ausflüchte zu enteilen?

Ausgerechnet an Karfreitag soll dies das Thema eines Vortags- und Diskussionstreffens in unserer Gemeinde sein. Möglicherweise findet das jemand geschmacklos oder zynisch, aber sicher gibt es keinen Tag im Jahr, in dem christlich gläubige Menschen mehr auf den Tod, den eigenen, den freien Willen zum Sterben hingelenkt und eingestimmt werden. Christi Tod war kein Suizid, nicht subjektiv gewollt, aber angenommen und bejaht im Namen Gottes und im Gedanken an die Mitmenschen. Und in der unmittelbaren Folge geschah ein Suizid, und die Geschichte gläubiger Märtyrer bis hin zu Bonhoeffers Zeugenschaft ist eine rund um den Wert des Lebens, der sich im angenommenen Sterben erst rundet. 

Das treffen soll ein vorsichtiger und geistesgegenwärtiger Versuch sein, sich mit der Thematik zu beschäftigen, die die Gerichte, die Politiker, die Lobbyisten, die Kirchen diskutieren, beeinflussen und dekretieren, aber die jeden Menschen einzeln angehen und zu einer eigenen Haltung aufrufen.







Kinderliteratur und Corona – Geschichten aus dem Leben in der Pandemie

Prof. Dr. Jeanette Hoffmann 

am 27.3., um 11.15 Uhr, im Pfarrhaus Bozen. 

Das COVID-19-Virus hat den Lebensalltag insbesondere auch von Kindern in den letzten zwei Jahren deutlich verändert. Kinder, die noch hineinwachsen in eine Kultur des Miteinanders und sich erst erproben in sozialen Situationen, sind in dieser Zeit herausgefordert, umzulernen, neu einzuschätzen, was in der kulturellen Alltagspraxis von ihnen erwartet wird und wie sie sich in das alltägliche Zusammenleben einbringen können. Auch sind sie in den verschiedenen Phasen eines Lockdowns oder in individuellen Quarantänen in ihrer Bewegungsfreiheit, in ihren sportlichen und musisch-kreativen Aktivitäten und sozialen Kontakten deutlich eingeschränkt. Durch (lebens-)bedrohliche Nachrichten aus den Medien oder durch mitgehörte Gespräche unter Erwachsenen können Verunsicherungen und Ängste entstehen und es ist pädagogisch bedeutsam, mit Kindern über ihre Fragen, Unsicherheiten und Ängste, aber auch ihre Imaginationen und Zukunftsvisionen ins Gespräch zu kommen. Eine Möglichkeit – unter vielen verschiedenen – bietet Kinderliteratur. Wenn diese in Vorlesegespräche eingebunden ist oder in Gesprächen aufgegriffen wird, die an die Rezeption anschließen, kann sie Anregungen zur gemeinsamen Auseinandersetzung mit der aktuellen Pandemiesituation aus gesundheitlichen, psychischen, sozialen und politischen Perspektiven bieten. In diesem Forum werden kinderliterarische Geschichten in Texten und Bildern vorgestellt, die vom Leben in der Pandemie in all seinen Facetten erzählen und als Gesprächs- und Erzählanlässe mit Kindern dienen können.







Aus der Krise Lernen - mit Zuversicht in die Zukunft, 

Prof. Dr. Lorenz

am 16.1., um 11.15 Uhr, im Pfarrhaus Bozen. 

„Angesichts der anhaltenden Pandemie müssen wir uns überlegen, wie wir unser persönliches und gesellschaftliches Leben neu überdenken und neu gestalten können. Ich sehe darin eine Chance und nicht eine Bedrohung und suche einen Weg heraus aus der Angst, die um sich greift. Wir befinden uns mitten in einem Prozess, in dem es keine Privilegierten gibt, die schon wissen, wie alles ausgehen wird, ob das nun wissenschaftliche Experten sind oder Politiker (letztere schon gar nicht), und so will ich auch mich selbst nicht als Experten darstellen, der Gewissheit bringen könnte bezüglich unserer gemeinsamen Zukunft.

Ich möchte aber anbieten, wie ich die Krise erlebt habe, welche zentralen Merkmale sie für mich aufgeworfen hat, zu welchen Gedanken sie mich angeregt hat und mit welchen Hoffnungen ich selbst in die Zukunft gehe. Die Krise hat mich durch die Beschränkungen, die uns etwa hinsichtlich der persönlichen Nähe, der Freiheit und der Pflege der Gemeinschaft gesetzt wurden, aufmerksam gemacht, wie kostbar diese Güter sind, wie differenziert sie aber auch gepflegt werden müssen“ Walter Lorenz







Schutz und Renaturierung des Naturkapitals – ein Weg aus der Klimakrise, Prof. Dr. Zerbe

am 5.12., um 11.15 Uhr, im Pfarrhaus Bozen. 
Der gegenwärtige globale Klimawandel mit seinen Folgen für Umwelt und Gesellschaft ist unbestreitbar. Eine der wesentlichen Ursachen hierfür ist die ungehemmte Nutzung der natürlichen Ressourcen und die Degradation und Zerstörung unserer Lebensräume im weltweiten Maßstab. Traditionelle Kulturlandschaften, oft jahrhunderte- bis jahrtausendelang gewachsen im Gleichgewicht von Natur und Mensch, müssen der Urbanisierung und Intensivierung der Landnutzung weichen. Wertvolles Natur- und Kulturerbe und das traditionelle Wissen über einen schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen gehen hierbei verloren. Die Renaturierung von Ökosystemen und Kulturlandschaften bietet einen Weg aus der Klimakrise und stellt Naturkapital wieder her, als Implementierung einer starken Nachhaltigkeit. Südtirol könnte hierbei einen wichtigen Beitrag leisten, mit einem Paradigmenwechsel von kurzfristigem ökonomischem Gewinnstreben hin zu einer Verantwortung für die zukünftigen Generationen.






Michael Jäger führt in die reformator. Hauptschriften ein

Am Tag des Reformationsjubiläums am 31.10.2021 wird Pfarrer Michael Jäger nach dem Gottesdienst im  Gemeindehaus eine Einführung in die reformatorischen Hauptschriften des Jahres 1520 geben und zugleich nach ihrem bleibenden Wert fragen. 
„An den christlichen Adel deutscher Nation von des christlichen Standes Besserung“ (Juni 1520)
"Der Sermon von den guten Werken“ (Sommer 1520)
„Über die Freiheit eines Christenmenschen“ (Oktober 1520) .






Wanderung mit Führung - Burg Hocheppan

Das Forumm  geht auch unterwegs ... Am 10.10. nach dem Gottesdienst ein flotter Kaffee, kurze Absprachen zum weiteren Programm und danach in Fahrgemeinschaften zum Burgenparkplatz bei Schloss Korb in Eppan. Wir werden je nach Möglichkeit a) auf einem einstündigen Fußweg, b) auf einem 3/4-stündigen Fußweg, c) ohne jeglichen Fußweg mit dem Shuttle zu Schloss Hocheppan gelangen, wo uns ein kleiner Aperitif und vor allem Baron Karl Philipp von Hohenbühel zur Führung (Burganlage, Zwingersystem, Bergfried, Kapelle) erwartet. Gegen 14 Uhr besteht dann die Möglichkeit, im Restaurant noch gemeinsam zu essen, bevor es wieder auf einem der Wege zurück geht. Eine Anmeldung/Interessensbekundung im Pfarramt würde uns die Organisation dieses Tages doch erleichtern!




Leonhard tutzer führt in die ghilardi-orgel ein

Am 12. September 2021 wird Leonhard Tutzer nach dem Gottesdienst und einer schnellen Kaffee-Pause gegen 11.30 Uhr unsere Orgel vorstellen. Nicht zuletzt, weil diese um ein Brustwerk erweitert werden soll und Organist Tutzer im Zuge dessen das gesamte Bach-Orgelwerk im Lauf von 5 Jahren zur Aufführung bringen möchte.





Dr. Ewa Trutkowski zur Gendergerechten Sprache -
ein online-Vortrag

Am 22. April um 20 Uhr wird uns die Forscherin am Lehrstuhl für Linguistik des Deutschen an der Fakultät für Bildungswissenschaften der Universität Brixen einen Vortrag zu den Chancen, Klippen und Gefahren des Genderns halten, auf den wir anschließend in der Diskussion munter reagieren können.
Das Thema gendergerechte Sprache ist in unserer Gemeinde angekommen, wurde vom Kirchenvorstand diskutiert, und soll in der ELKI auf der kommenden Synode Ende des Monats mit einer Stellungnahme versehen werden. Gut, sich eine eigene Meinung zu bilden und dazu einen leidenschaftlichen Impuls zu bekommen.

Info: Die Zugangsdaten werden in der Rundmail vom 20.4. verschickt und sind so auch auf der Homepage zugänglich.
Foto: Alexander Erlacher, unibz